Die Speisekarte und die Macht der Bilder

Lecker Essen | © Andreas Bender

Unser 20. Hochzeitstag, ein weiterer Grund um mal wieder so richtig gut essen zu gehen. Wir haben uns ein Steakhaus ausgesucht. Der Kellner ist super aufmerksam und freundlich. Das Ambiente ist modern und gemütlich. Wir fühlen uns wohl. Dann der Griff zur Speisekarte…. puh! Was ist das denn? Fotos der Gerichte wie man sie von der Dönerbude her kennt. Gruselig! Unser sehr guter erster Eindruck, den wir bisher von dem uns noch unbekannten Restaurant haben sank in den Keller. Ob wir hier richtig sind?

Bilder haben Macht! Sie transportieren Gefühle. Bilder haben die Macht dem Kunden zu sagen, hier bist Du richtig oder hier bist Du falsch. Egal, wie der wirkliche Betrieb dahinter aussieht und wie das Essen wirklich schmeckt. Hat der Kunde die Wahl, entscheidet er sich für das, was ihm besser gefällt. Bei mir wäre es das saftige, innen rosarote Steak mit leicht unscharfen Beilagen im Hintergrund, wie ich es die Tage bei einem Caterer in der Karte gesehen hatte. Eine Karte bei der mir beim Blättern das Wasser im Munde zusammen lief, ganz anders als bei der Speisekarte im Steakhaus bei der es besser wäre lieber ganz auf Fotos zu verzichten (oder einen professionellen Foodfotografen zu beauftragen).

Wir haben beschlossen zu blieben. Das Steak ist klasse. Meilenweit entfern von den schlechten Fotos in der Speisekarte. Und was den Caterer angeht… da fahre ich auf jeden Fall hin, so lecker, wie das Essen in der Karte aussieht – an einem der nächsten Sonntage zum Brunch.

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