Runkel an der Lahn | © Andreas Bender

Der vorletzte Samstag brachte den lang ersehnten wolkenfreien Himmel. Laut wetter.info, die Wetterseite von Herrn Kachelmann, sollte sich der blaue Himmel auch bis 11 Uhr halten.

Kurz vor 9:30 Uhr waren wir, meine Jungs und ich, am Heliport südlich von Friedberg. Vor uns der blaue Heli, eine Jet Ranger, nebendran unser Pilot. Die Tür auf meiner Seite war ausgebaut, damit ich ungehindert fotografieren kann. Noch eine letzte Besprechung der Flugrute, ich hatte dem Piloten schon vorab meine Flugroute aus Google Earth gemailt, und es ging los.

Friedberg, Stadt und Burg, dann Bad Nauheim mit dem Sprudelhof, Kloster Arnsburg und Gießen. Soweit war alles ok, und dann wurde mir langsam übel. Klar, während einer Autofahrt kann ich auch nicht lesen und im Heli hatte ich die ganze Zeit abwechselnd durch zwei Kameras die Gegend unter uns fotografiert. An Reisetabletten hatte ich gedacht, aber das Wasser im Auto vergessen. Also, Tablette so genommen – total eklig und bitter das Ding. Anschließend ging es besser, aber mein Mund war taub – so wirken die Dinger also…

Zwischen Frankenberg / Eder und Bad Laasphe  | © Andreas Bender
Zwischen Frankenberg / Eder und Bad Laasphe | © Andreas Bender

Über die Burg Gleiberg ging es dann weiter nach Marburg, auf dem Weg dorthin konnte ich auch meinen Blick auf den Horizont konzentrieren und die Übelkeit war wieder weg. Die Stadt, das Schloß, Heli anhalten, bisschen rechts drehen, weiter fliegen, bisschen links drehen und ab nach Frankenberg (Eder) über den großen Burgwald mit 190 Sachen. Die historische Altstadt und vor allem das 500 Jahre alte 10-türmige Rathaus. waren entgegen meiner Erwartungen schnell gefunden.

Recht hat er, der Herr Kachelmann, es war so gegen elf Uhr und nördlich der Eder waren die angekündigten Wolken. Kleine Wattewölkchen von denen wir auf dem Weg nach Bad Laasphe eines besuchen flogen. Der Pilot ging auf ca. 2000 m Höhe und schaltete vorsorglich die Heizung ein – wir flogen ja ohne Tür. So auf gleicher Höhe ganz dicht an einer Wolke zum Anfassen ist schon klasse. Und klar war die Luft dort oben auf einmal, unter uns eine deutliche Dunstglocke, was mir unten gar nicht so auffiel. Schnell noch ein paar Wölkchenfotos gemacht und wieder runter, man soll ja was erkennen können von Bad Laasphe.

Weiter nach Süden… viel weiter, das nächste Ziel, Runkel. Etwas versteckt im Lahntal liegt es, mit seiner Burg, der alten Lahnbrücke, der Lahn und der zweigleisigen Bahnstrecke – einfach klasse. Lahnaufwärts kommt mir Weilburg vor das Objektiv, die Altstadt, das Schloß, eng umschlungen von der Lahn.

Nicht weit davon liegt Braunfels, noch ein Schloß mit Altstadt drumrum – nein, mein Märchenschloß schlechthin. Wer mal hier in der Gegend an die Lahn kommt, muß es sich einfach anschauen. 2008 drehte der Hessiche Rundfunk dort die Neuverfilmung des Grimmschen Märchens „König Drosselbart“.

Runkel an der Lahn  | © Andreas Bender
Runkel an der Lahn | © Andreas Bender

Von Braunfels nur einen Steinwurf entfernt liegt das Kloster Altenberg an der Lahn auf der die Kanus wie rote Reiskörner aussehen. Langgezogene Rechtskurve und die letzte Stadt der Tour ist erreicht: Wetzlar. Rechts und links der Lahn ein paar Fotos gemacht, einen Dreh um die Altstadt und noch den Dom samt Marktplatz und Marktständen mitgenommen – fertig.

Wie genau wir zurück Richtung Friedberg geflogen sind, weiß ich nicht. Jedefalls sind wir über einen Römerwachturm am Limes geflogen und an dem Funkturm vorbei, den man vom Rasthof Wetterau an der A5 sieht.

Nach 2:25 Stunden waren wir wieder am Heliport. Was für einen Wind ein Hubschrauber macht, konnten wir wunderbar bei der Landung sehen. Der nächste Fluggast mit seiner weiblichen Begleitung wartete schon. Mit sehr langen blonden Haaren, die komplett nach oben wehten, Rock und T-Shirt wusste sie gar nicht was sie zu erst festhalten sollte – besser als Marilyn Monroe in „Das Verflixte Siebte Jahr“ 😉

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