Die Kamera zeigt dich – dein Blick bewertet dich

Andreas Bender | Foto: Jens Braune

Bei einem Portrait-Fotoshooting stand eine wirklich schöne junge Frau vor mir. Ich dachte mir: ein paar gute Bilder, und dann passt das. Als wir dann zusammen die Bilder auf dem Monitor anschauten, war sie der Meinung, dass sie auf den Bildern ein Doppelkinn hat.

Ich habe sie angeschaut, da ist nichts. Wirklich nichts. Auch auf den Bildern nicht. Aber sie war felsenfest überzeugt: Da ist ein Doppelkinn.

Und da stehst du als Fotograf und denkst dir: Was siehst du da, was ich nicht sehe? Wie kann ich dir helfen?

Wenig später kommt jemand anderes. Ein ganz normaler Mensch. Ein paar Falten, ein paar Kilos mehr. Und dieser Mensch findet jedes Bild von sich schön. Mit Falten, mit Rundungen, ganz egal. Dieser Mensch ist mit sich im Reinen. Er hat seinen Körper akzeptiert. Er ist im Frieden mit sich selbst.

Genau da liegt der Unterschied.

Selbstbild vs. Foto: Warum du dich oft anders siehst

Woher das kommt? Ein Teil davon ist klar: Vergleich. Vergleich mit anderen. Vergleich mit irgendwelchen Schönheitsidealen. Und ganz ehrlich, der Vergleich ist der Tod vom Glück. Es gibt immer jemanden, der irgendetwas besser kann oder hat als du. Der anscheinend schöner wirkt, schlanker, perfekter, gerade Nase, tolles Lächeln. Nur… hat das alles eine einzelne Person oder hat vielleicht der eine eine gerade Nase, der andere ein schönes Lächeln und der dritte tolle Augen, aber eine dicke Nase? Ja, vielleicht hat George Clooney ein perfektes Aussehen. Aber wer sagt das? Nach welchen Maßstäben? Und glaube mir, auch er hat seine Herausforderungen in diesem Leben zu meistern. Jedenfalls… wenn du dich darauf einlässt, dich mit anderen zu vergleichen, wirst du nie bei dir ankommen.

Viele sind ständig im Außen. Was denken die anderen? Was sagen die Nachbarn, die Kollegen? Wie sehe ich aus? Reicht das? Höre auf damit. Geh nach innen. Beschäftige dich mit dir, mit deinem Inneren. Finde die Verbindung zu dir selbst, zu deinem Herzen. Finde den Frieden in dir.

Eine einfache Übung für den Anfang: Stell dich vor den Spiegel. Am besten nackt. Schau dir in die Augen. Sage zu dir „Ich liebe dich.“ Nicht nur kurz, bleib da. Eine Minute, zwei Minuten, fünf Minuten. Sage immer wieder „Ich liebe dich.“ Und dann schau, was passiert. Wie lange hältst du es aus, dir selbst wirklich zu begegnen?
Ich habe am Anfang nach kurzer Zeit geweint. Inzwischen kann ich es.

Umfeld und Selbstwahrnehmung: Wer dich prägt

Es sind nicht nur Vergleiche oder soziale Medien. Es sind auch die Menschen, mit denen du dich umgibst. Kollegen, „Freunde“ oder gar der eigene Partner, die eigene Familie. Menschen voller Neid und Missgunst, die dir sagen, du bist nicht gut genug. Nicht schön genug. Zu dick, zu schief, zu irgendetwas. Menschen die dich klein halten wollen, nur um sich selbst zu erhöhen.

Ich erlebe das auch regelmäßig bei Mitarbeiterfotos. Eine Frau steht vor der Kamera, wir machen Bilder, schauen sie gemeinsam durch und dann wird oft noch eine Kollegin oder mehrere dazu geholt (ja, es sind die Frauen), um beim Aussuchen zu helfen. Und dann passiert etwas Interessantes: Da ist häufig diese eine Kollegin, die jeden Makel findet. Laut, direkt. „Da hast du aber ein Doppelkinn.“ „Deine Nase ist ja voll schief.“, „Ne, guck mal deinen Mund an.“ Und manchmal stimmen die anderen mit ein. Was da passiert, hat nichts mit Fotografie zu tun. Und auch nichts mit dir. Es ist Dynamik, es ist Unsicherheit bei der fotografierten Person und bei der „netten“ Kollegin ist es dieses Bedürfnis, sich selbst ein Stück besser zu fühlen, indem man bei anderen genauer hinschaut und kritisiert. Und genau deshalb ist es so wichtig, wem du zuhörst.

Das hat nichts mit dir zu tun. Diese Menschen kannst du nicht ändern. Das können sie nur selbst.

Suche dir dein Umfeld bewusst. Such dir Menschen, die dir guttun. Die dich aufbauen, die dich sehen, die dich unterstützen. Und wenn du merkst, dass jemand dir dauerhaft nicht guttut: geh. Du wirst ihn nicht verändern. Du kannst nur dich verändern.

Ja, es kann sein, dass du erstmal alleine da stehst, so ging es auch mir. Aber mit der Zeit, mit meiner fortschreitenden Veränderung, sind auch die richtigen Menschen zu mir gekommen.

Deinen Körper akzeptieren: Der Wendepunkt

Liebe deinen Körper. Er wird es dir danken. Dein Körper ist dein Raum, dein Zuhause. Oder anders gesagt: dein Astronautenanzug damit deine Seele (also Du) hier auf der Erde Erfahrungen machen kann. Und ja, du hast dir diesen Körper ausgesucht. Aus einem bestimmten Grund.

Akzeptiere dich, wie du bist. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Akzeptiere deinen Körper. Nicht erst, wenn er „besser“ ist, sondern genau so, wie er heute ist. Denn genau hier beginnt Veränderung. Nicht im Kampf, sondern in Akzeptanz. Und plötzlich passiert etwas: Das „Doppelkinn“, das nie da war, verschwindet. Nicht auf dem Bild, sondern in deinem Blick auf dich selbst.

Du bist schön! Du bist genug!

Am Ende geht es nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, dich selbst wieder zu sehen. Ohne den ständigen Vergleich, ohne die Stimmen von außen, ohne diesen kritischen Blick, der dich klein macht. Du darfst anfangen, milder mit dir zu sein. Ehrlicher. Und auch liebevoller. Nicht, weil alles an dir perfekt ist, sondern weil du es bist, der da steht. Weil das dein Körper ist, dein Leben, dein Weg. Du bist einzigartig. Und genau darin liegt etwas Echtes. Wenn du aufhörst, gegen dich zu arbeiten, entsteht Raum. Raum für Ruhe. Für Vertrauen. Für ein anderes Gefühl, wenn du dich anschaust. Schaue dich mit deinem Herzen an.

Finde den Frieden in dir. Finde die Liebe in deinem Herzen.

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