Mitarbeiterportraits – das Gesicht Ihrer Firma

Mitarbeiter sind Ihr wichtigstes Kapital – zeigen sie es ihren Kunden

Es sind die Menschen, die ein Unternehmen ausmachen. Jeder Einzelne von ihnen repräsentiert seine Firma nach außen. Sie sind letztendlich das, was ihren Betrieb vom Mitbewerber unterscheidet. Daher sind professionelle Mitarbeiterfotos nicht nur selbstverständlich für die Außendarstellung, sondern auch eine Wertschätzung den eigenen Mitarbeitern gegenüber. Der Fotograf Andreas Bender hat für Sie die wichtigsten Überlegungen und Tipps zu Mitarbeiterportraits zusammengestellt.

Mitarbeiterportrait | © Andreas Bender

Mitarbeiterportrait | © Andreas Bender

Es gibt viele Gründe seine Mitarbeiter ablichten zu lassen. Zum Beispiel sagt es auch etwas über die Wertschätzung der Mitarbeiter aus, sie professionell fotografieren zu lassen, anstatt sie mit dem Rücken an die Bürotür gepresst mit der Digiknipse ab zu schießen.

In kleineren Firmen, kennt jeder jeden. Bei den größeren Unternehmen wird es schon schwieriger, vor allem nach einer Firmenübernahme. Teilweise sitzen die Kollegen über ein größeres Gebiet verteilt in ihren Büros oder in Filialen. Man sieht sich nicht jeden Tag, hat aber vielleicht regelmäßig miteinander zu tun, telefonisch oder per E-Mail. Dann trifft man sich auf internen Veranstaltungen oder dem Betriebsfest und läuft aneinander vorbei, weil man sich noch nie wissentlich gesehen hat. Ja natürlich, es gibt Namensschilder, aber mal Hand auf’s Herz, trägt jeder eines? Und wer kann das von seinem Gegenüber immer gleich lesen?

Ein digitales Telefonbuch mit Fotos der Mitarbeiter hilft gerade in größeren Betrieben einander kennen zu lernen oder noch besser, ein gedrucktes Kollegenbuch – das kann man auch mit nach Hause nehmen und in aller Ruhe durchgucken. Im Übrigen können dann auch die Vorstände alle Mitarbeiter mit Namen ansprechen – auch das ist Wertschätzung!

Wenn Sie also Ihre Kollegen fotografieren lassen möchten oder gar selbst fotografieren wollen, sollten Sie vorher ein paar grundlegende Entscheidungen treffen:

  • Wie sollen die Portraitierten wirken?
  • Für welchen Zweck sind die Businessportraits?
  • Was sagt die CI?
  • Sollen die Fotos alle einheitlich sein?
  • Wird ein Hochformat, ein Quadrat benötigt oder ein Querformat?
  • Rechtliches

Wie sollen die Portraitierten wirken?

Seit mittlerweile 10 Jahren portraitiere ich Mitarbeiter. Viele Erfahrungen habe ich in dieser Zeit gemacht. Seit langem arbeite ich ausschließlich mit erfahrenen Hair- & MakeUp-Artists zusammen. Das hat – sehr naheliegend – den Vorteil, dass übermäßige Glanzstellen beseitigt werden. Es hat aber auch auch noch andere Vorteile, visuell als auch psychologisch. Dunkle Augenringe oder rötliche Flecken im Gesicht, auch bei den Herren, können überdeckt werden. Das Make-Up der Damen wird aufgefrischt und die Haare noch mal schnell in die Reihe gebracht. Diese Art der Vorbereitung auf das Fotografiert werden gibt vielen Mitarbeitern gleich ein viel besseres Gefühl vor der Kamera, was sich auch durch eine wesentlich positivere Ausstrahlung des Portraitierten auf dem Foto bemerkbar macht.

Mitarbeiterportrait | © Andreas Bender

Mitarbeiterportrait | © Andreas Bender

Für welchen Zweck sind die Businessportraits?

Sind die Mitarbeiterportraits ausschließlich für interne Zwecke, wie zum Beispiel das Telefonbuch oder eine „Hier arbeiten:“-Galerie am Eingang der Abteilung oder des Stockwerkes, können die Portraits locker und individuell sein. Mit Fan-Schal und -Mütze des Lieblingsvereins, mit einer Tasse Kaffee in der Hand neben der Kaffeemaschine oder mit einem guten Jahrgang Traubensaft im Weinglas und einer dicken Zigarre am Schreibtisch, der Phantasie der Mitarbeiter und des Fotografs sind keine Grenzen gesetzt.

Was sagt die CI?

Sollen die Fotos auch nach außen eingesetzt werden, für Kundenanschreiben, auf der Homepage, im Jahresbericht oder am Eingang des Verkaufsraumes, so müssen die Portraits zum CI des Unternehmens passen. Darf es ein freundliches Lächeln sein, ist ein herzhaftes Lachen zu viel? Oder lieber ganz ohne? Wie ist die Kleiderordnung in der Firma? Gibt es ein bestimmtes Outfit, das die Mitarbeiter auf dem Foto tragen müssen? Mit Namensschild oder ohne? Und kann man das Namensschild auf dem Foto in der Endgröße überhaupt noch als solches erkennen?

Sollen die Mitarbeiterportraits einheitlich sein?

Eine Möglichkeit ist, mit der Kamera durch die Abteilungen zu laufen und die Kollegen direkt am Arbeitsplatz zu fotografieren. Hier hat man es mit verschiedenen Hintergründen zu tun, die das Portrait sehr unruhig wirken lassen können. Hinzu kommen verschiedene Lichtquellen, eventuell auch Gegenlicht vom Fenster. Glühbirnen, Neonröhren, Halogenstrahler, das Licht durch’s Fenster, alle haben Sie eine andere Farbtemperatur (Farbstich). Diese kann man zwar über den Weißabgleich der Kamera ausgleichen, haben Sie aber zwei oder mehr farblich unterschiedliche Lichtquellen, die ins Bild scheinen, hilft Ihnen der aber auch nicht weiter. Alle künstlichen Lichter aus, die Lichtempfindlichkeit der Kamera hoch drehen und über die Wand oder Decke mit einem Aufsteckblitz arbeiten wäre die eine Möglichkeit, eventuelles Rauschen inklusive. Schwarzweiss ist der andere Ausweg einen unvermeidlichen Farbstichtod zu sterben. Ob’s professionell wirkt? Professionell machbar ist es, aber mit einem sehr hohen Lichttechnischen Aufwand.

Und dann ist da wieder die psychologische Seite. Wenn da auf einmal der Kollege mit der Kamera im Büro steht, selbst wenn vorher ein ungefährer Termin angekündigt wurde, hat der zu Porträtierende zwischen E-Mail, seiner Arbeit und den gerade klingelnden Telefon keine Chance, sich auch nur im Geringsten auf das Fotografiertwerden ein zu stellen.

Einheitlich und professionell wird es, wenn Sie für sich oder den Fotografen einen Raum in der Firma suchen, darin ein kleines Fotostudio aufbauen und die Kollegen dort hin kommen lassen. Fotografieren Sie den Setaufbau und messen Sie die Abstände der Blitze, des Hintergrundes, der Kamera und des Modells zueinander aus. Machen Sie eine Skizze und notieren Sie sich auch die Einstellungen an der Kamera und der Blitze. Nur so haben Sie eine Chance an einem anderen Ort im Geschäftsgebiet oder beim Update in zwei Jahren ein fast gleiches Aussehen der Fotos hin zu bekommen. Vorausgesetzt natürlich, der Raum am anderen Ende des Geschäftsgebietes hat mindestens die gleichen Abmessungen, ist ebenso komplett verdunkelbar wie der erste und die Sonne scheint nicht durch eine Oberlicht auf den Hintergrund.

Noch mal kurz zurück auf das eben erwähnte Update: Im eigenen Interesse sollten die Mitarbeiterportraits alle zwei, maximal vier Jahre aktualisiert werden. Ich habe inzwischen einige Mitarbeiter, die zu mir kommen, weil sie es von ihren Kunden nahegelegt bekommen haben.

Mitarbeiterportrait | © Andreas Bender

Mitarbeiterportrait | © Andreas Bender

Wird ein Hochformat, ein Quadrat benötigt oder ein Querformat?

Hochkant ist das klassische Portraitformat, wie man es kennt. Und wenn Sie gleich passend fotografieren, also den Kollegen oder die Kollegin so portraitieren, dass das Bild ohne weiteren Beschnitt gut aussieht, haben Sie sich einiges an Arbeit erspart. Kommt aber in einem halben Jahr wer auf die Idee, die Portraits im nächsten Jahresbericht unbedingt quadratisch abdrucken zu wollen, haben Sie ein Problem. Sie haben links und rechts nicht genug Platz um oben und unten etwas wegschneiden zu können, ohne dass der Hals oder ein Stück vom Kopf fehlt. Um auf so etwas vorbereitet zu sein, ist es besser, wenn Sie der Person etwas mehr Raum im Bild geben – dem Bild mehr Fleisch, wie es so schön heißt. Um ohne Probleme aus einem Hochformat auch ein Quadrat machen zu können.

Rechtliches

Besprechen Sie mit ihrem Justitiar die rechtliche Seite. Ihre Kollegen müssen dem Unternehmen ihr Einverständnis geben, wenn die Portraits veröffentlicht werden sollen. Beachten Sie auch, dass sie alle notwendigen Nutzungsrechte bei ihrem Fotografen einkaufen. Und zu guter Letzt, unterrichten sie den Betriebsrat frühzeitig von ihren Plänen.

© Andreas Bender | Erschienen in ‘Marketing Intern’, Genossenschaftsverband Frankfurt und im ‘Wirtschaftsmagazin’ (Seite 43), IHK Gießen-Friedberg